Innovationsnation Deutschland - 53. Rollmopsessen der FDP Arnsberg

Rund 60 Gäste folgten der Einladung der FDP Arnsberg zum 53. Rollmopsessen ins Rodelhaus. Die traditionsreiche Veranstaltung ist seit jahrzehnten ein fester Termin im Kalender des Ortsverbandes und verbindet Geselligkeit mit politischem Austausch. In seiner Begrüßung schlug Reinhard Pennekamp, der den Ortsverband zuvor vier Jahre lang geführt hatte, den Bogen zwischen Kontinuität und Aufbruch: Er übergab den Staffelstab an den neu gewählten Vorsitzenden Sebastian Plothe und dankte allen, die die Arbeit der FDP Arnsberg in den vergangenen Jahren mitgetragen haben.

Als Festredner des Abends war Prof. Dr. Andreas Pinkwart zu Gast. Prof. Dr. Andreas Pinkwart ist Professor für Innovations- und Technologiemanagement und verfügt über langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Er war viele Jahre in unterschiedlichen Funktionen für die Freien Demokraten aktiv und prägte als Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (2017–2022) zentrale Debatten zu Wettbewerbsfähigkeit, Technologie und Standortpolitik. Seine wissenschaftliche Arbeit und seine politische Praxis verbindet dabei der Fokus auf Innovation, Gründungen und die Modernisierung staatlicher Strukturen.

In seinem Impuls zeichnete er das Bild einer Welt im Wandel und stellte die Frage, wie Deutschland wieder stärker zur Innovationsnation werden kann. Deutschland müsse sich in einer neuen Weltordnung behaupten – wirtschaftlich, technologisch und energiepolitisch. Pinkwart betonte, dass die Welt einen immer größeren Energiehunger entwickle, insbesondere durch die rasante Verbreitung Künstlicher Intelligenz und datenintensiver Anwendungen. KI und perspektivisch auch humanoide Roboter würden in den kommenden Jahren die Welt grundlegend verändern; er sprach in diesem Zusammenhang von einer „Digitalen Revolution Zwei“.

Zugleich machte Pinkwart deutlich, dass Deutschland traditionell zwar sehr gut im Erfinden sei, aber zu oft nicht der Standort, an dem neue Technologien schnell in die Anwendung und Produktion kommen. Als Beispiel verwies er darauf, dass wichtige Grundlagenforschung – auch im Bereich der KI – in Europa und Deutschland mitentwickelt wurde, der wirtschaftliche Durchbruch jedoch häufig anderswo stattfinde. Damit Innovationen hierzulande häufiger und schneller in Wertschöpfung münden, brauche es nach Pinkwarts Einschätzung mehr Risiko- und Forschungskapital und insgesamt mehr Bereitschaft, Neues zu wagen. Produkte müssten früher an den Markt gebracht werden, statt sie bis zur sprichwörtlich „unendlichen Perfektion“ weiterzuentwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Ausführungen war die Bürokratie: Zu viele Regeln und zu lange Verfahren hemmten Innovationskraft. Verwaltung müsse agiler werden, und das Prinzip solle sich umdrehen – nicht zuerst für jede neue Idee ein umfassendes Regelwerk schaffen, sondern ermöglichen, erproben, veröffentlichen und dort regulieren, wo es wirklich notwendig ist.

Auch die Lage am Arbeits- und Fachkräftemarkt sprach Pinkwart an. Er verwies darauf, dass der Wegzug von Fachkräften aus Deutschland ein ernstzunehmendes Signal sei. Aus seiner Sicht liege das unter anderem an den Rahmenbedingungen, etwa an hohen Steuern und Sozialversicherungsabgaben, die Leistung und Beschäftigung verteuerten und Deutschland im internationalen Wettbewerb weniger attraktiv machten.

Im Anschluss an den Vortrag stellte sich Prof. Dr. Andreas Pinkwart den Fragen aus dem Publikum. Der offene Austausch und die lebhafte Diskussion rundeten den Abend ab und zeigten, wie wichtig Formate sind, die politische Debatten nahbar und konkret vor Ort ermöglichen.

Sebastian Plothe und Prof. Dr. Andreas Pinkwart
Das bereits 53. Rollmopsessen der FDP Arnsberg